Fallart: Technische Analyse von Einspritzsystemen
Anwendung: HEUI Diesel Einspritzung
Diagnosefokus: Hochdruck-Betätigungsöl
HEUI-Einspritzsysteme nutzen den Motoröldruck als Teil der Einspritzdüsenbetätigung.
Das schafft eine Diagnosearchitektur, die sich stark von einem herkömmlichen Common-Rail-System unterscheidet.
Eine vereinfachte HEUI-Struktur ist:
Kraftstoffversorgung → Einspritzdüse
plus:
Motoröl → Hochdruckölpumpe → Steuerkreis → Einspritzdüsenbetätigung
Die Einspritzdüse benötigt beide Seiten des Systems.
Angenommen, der Techniker bestätigt:
Das beweist, dass die Kraftstoffseite verfügbar ist.
Es beweist nicht, dass ein ausreichender Einspritzdüsenbetätigungsdruck vorhanden ist.
Abhängig vom Systemdesign können relevante Bereiche umfassen:
Die Kurbelgeschwindigkeit spielt ebenfalls eine Rolle, da das System während des Starts einen ausreichenden Betätigungsdruck erzeugen muss.
Ein vollständiger Satz von Einspritzdüsen kann immer noch nicht korrekt funktionieren, wenn das Hochdruckölsystem sie nicht betätigen kann.
Die Diagnosefrage sollte daher lauten:
Hat die Einspritzdüse Kraftstoff?
und separat:
Hat die Einspritzdüse ausreichende Betätigungsenergie?
Für eine umfassendere Erklärung, warum HEUI-Starts sowohl eine Dieselkraftstoffversorgung als auch ausreichendes Hochdruck-Betätigungsöl erfordern, siehe Technische Einblicke: Warum die Diagnose von HEUI-Nichtstarts den Hochdrucköl vor dem Austausch von Einspritzdüsen überprüfen muss.
Die HEUI-Diagnose sollte niemals auf die Kraftstoffversorgung allein reduziert werden.
Eine ausreichende Dieselzufuhr beweist nicht, dass die hydraulische Betätigungsseite den für die Einspritzung erforderlichen Druck erreicht hat.