Eine britische Dieselwerkstatt bemerkte frischen Kraftstoff im oberen Bereich eines neu installierten Common-Rail-Injektors.
Da der Injektor erst kürzlich ausgetauscht worden war, bestand die erste Sorge, dass die neue Komponente eine externe Undichtigkeit entwickelt haben könnte.
Bevor ein Garantieanspruch eingereicht oder der Injektor erneut ausgetauscht wurde, entschied sich die Werkstatt, die genaue Stelle zu ermitteln, an der der Kraftstoff austrat.
Kraftstoff um einen Injektor kann aus verschiedenen Stellen stammen.
Mögliche Quellen sind:
Die alleinige sichtbare Kraftstoffstelle reichte daher nicht aus, um die fehlerhafte Komponente zu bestimmen.
Die Techniker reinigten den Injektorbereich vollständig, damit alte Kraftstoffrückstände die Inspektion nicht beeinträchtigen würden.
Der Motor wurde dann betrieben, während der Injektor und die umliegenden Anschlüsse beobachtet wurden.
Anstatt nur den Injektorkörper zu betrachten, folgte der Techniker dem Kraftstoffweg um die Rücklaufverschraubung und den nahegelegenen Schlauch.
Frischer Diesel erschien zuerst um die Rücklaufverbindung.
Dies grenzte den Fehler erheblich ein.
Die Rücklaufbaugruppe wurde ausgebaut und inspiziert.
Das Dichtelement wurde auf Beschädigungen, Verdrehungen, schlechten Sitz oder Verformungen geprüft.
Die Verschraubung wurde inspiziert, um sicherzustellen, dass sie während der Installation vollständig eingerastet war.
Auch die Verriegelungs- oder Befestigungsfunktion wurde überprüft.
Ein Verbinder, der installiert zu sein scheint, aber nicht vollständig gesichert ist, kann undicht werden, sobald Kraftstoff durch den Rücklaufkreislauf zu zirkulieren beginnt.
Die Werkstatt prüfte auch, ob der Rücklaufschlauch eine Seitenlast auf die Verschraubung ausübte.
Dies kann die Dichtung stören, auch wenn die Verbindung zunächst korrekt erscheint.
Nachdem das Rücklaufsystem als Leckquelle identifiziert worden war, wurden der Injektorkörper und der Hochdruckanschluss erneut inspiziert.
Es gab keine Anzeichen dafür, dass der Injektor selbst die Ursache für die externe Kraftstoffleckage war.
Die Teilenummer und die Anwendung wurden ebenfalls erneut bestätigt, bevor die Reparatur abgeschlossen wurde.
Die Rücklaufverbindung und die Dichtkomponenten wurden korrigiert.
Der Bereich wurde erneut gereinigt und der Motor zur Überprüfung betrieben.
Es traten keine weiteren Leckagen um den Injektor auf.
Dieser Fall zeigt, warum Kraftstoff um einen neu installierten Injektor nicht sofort als Injektorfehler eingestuft werden sollte.
Die Quelle kann stattdessen die Leckölleitung, der O-Ring, der Rücklaufschlauch, das Rückhaltesystem oder eine andere nahegelegene Kraftstoffverbindung sein.
Für Werkstätten und Teilelieferanten hilft die Ermittlung der genauen Leckstelle vor der Bearbeitung eines Garantieersatzes, eine klare Abgrenzung zwischen Komponentenqualität und installationsbedingten Problemen zu schaffen.